Chorreise des Gemischten Polizeichores Finsterwalde zum Polizeichor nach Kiel

Bald hätte es nicht geklappt mit der Chorreise nach Kiel in diesem Jahr, aber ein altes Sprichwort sagt: Wenn man etwas wirklich will, dann schafft man alles. Und wir wollten unbedingt zu den netten Jungs nach Kiel fahren. Unser Chor reiste nämlich vom 13.05. 2010 16.05.2010 zur Chorreise nach Wien. Es war aber kein Problem, das Konzert nicht traditionell am Muttertag durchzuführen, sondern die Verantwortlichen von Kiel vereinbarten einen Termin im April. Also fuhren wir vom 23.04. bis zum 25.04.2010 nach Kiel mit unserem Ronny von Landgraf Reisen. Dieses Busunternehmen ist ein echter Partner für den Chor. Wenn Engel auf Reisen gehen, haben sie auch schönes Wetter. Das war schon ein gutes Zeichen, als wir um 7.00 Uhr unsere Sängerstadt Finsterwalde verließen und die Sonne uns begleitete. Die Fahrt war angenehm mit Gesang und guter Stimmung. Gegen 14.45 erreichten wir die Autobahnabfahrt Wellseedamm. Das Empfangskomitee der Kieler Sangesfreunde erwartete uns schon mit einer Ente mit der Aufschrift "Polente". Wir folgten und fuhren zum alten Schlachthof Wellsee. Was erwartete uns dort? Kieler Sprotten und damit diese gleich weiter schwimmen konnten, ein deftiger Kräuterlikör. Der Bann war gebrochen und wir spürten gleich, dass wird ein tolles Wochenende.

Weiter ging die Fahrt zu unserer Jugendherberge in Kiel OT Gaarden. Eine tolle Unterkunft für eine Jugendherberge, alles unkompliziert und freundlich. Wir dachten alle an unsere Jugendtage, als es hieß, erst einmal Bettwäsche fassen und Betten beziehen. Jeder schnappte sich seine Laken, dann waren diese falsch, aber jeder hatte zum Abend ein bezogenes Bett. Jeder konnte sich erst einmal die Beine vertreten, sich Kiel ansehen, Karussell fahren oder Cappuccino genießen. Das Abendessen nahmen wir im Marinestützpunkt in Wiek ein, wo wir vom Vorstand noch einmal herzlich begrüßt wurden. Das schöne daran war, auf der Fahrt zum Abendessen erklärte uns der Uwe Simsen schon viele Gebäude, Schiffe, Sehenswürdigkeiten und erzählte uns eine kleine Geschichte, sodass wir gleich eine Stadtführung hatten. Aufgrund der Lenkzeit unseres Busfahrers fuhren wir gegen 20.30 zur Herberge und ließen den ersten schönen Tag im Chor musikalisch ausklingen. Nach einem Frühstück in der Jugendherberge wurden wir wieder von unserem netten Begleiter abgeholt und wir fuhren am Wasser entlang zum Marinestützpunkt in der Kieler Förde. Dort wartete eine Hafenrundfahrt mit V - Booten der Marine auf uns. Was wir alle für Vorstellungen hatten, was uns dort erwartet, möchte ich gar nicht weiter beschreiben. Es war aber ein tolles Erlebnis, der Hafen die vielen Boote, die verschiedenen Marineschiffe und Hochseedampfer und die Schwedische Fähre, die vor Anker lag. Ganz toll und mit Wehmut verfolgten wir die Verabschiedung der Matrosen von ihren Familien, die Stellung auf einem Zerstörer bezogen und mit militärischer Musik aus dem Hafen ausliefen. Zwei Sänger des Kieler Polizeichores waren dort unsere Begleiter, die uns viel erklärten und auf alle Fragen eine Antwort wussten. Natürlich, wie sollte es auch anders sein, wurde auch viel geflunkert, denn Seemannsgarn gehört ja dazu. Der solarbetriebene Katamaran sucht seines Gleichen ebenso wie der Seenotdampfer, der uns sein Können demonstrierte. Wasserfontänen, die einen Regebogen erzeugten und auch der Einsatz eines schnellen Rettungsbootes begeisterten uns. Die Wasseroberfläche wurde wieder ruhig und glatt, schlecht wurde keinem, Angst hatte auch keiner. Also Erfolg auf der ganzen Linie. Nun ging es zum Mittagessen, wieder in den Marinestützpunkt. Es wurde Gulasch und Erbsensuppe angeboten, wobei wir uns vorher schon entschieden haben, dass nur wenige Teilnehmer die Erbsensuppe bevorzugen, warum wohl, brauche ich wohl nicht erklären. Nach dem Mittagessen fuhren wir mit dem Bus nach Wiek durch Kiel über Ellerbek und Neumühlen - Dietrichsdorf bis nach Laboe zum Ehrenmal der Bundesmarine. Wir besichtigten dort das am Strand liegende U - Boot U 995 von innen uns außen. Es wurde als technisches Museum gegenüber dem Ehrenmal 1972 aufgestellt. Fast alle zwängten sich durch das U - Boot. Es war schon ein mulmiges Gefühl, dass so viele Leute in diesem U - Boot wochenlang eingepfercht waren. Schlafen nach Ansage und Absprache und vor allem das Bedürfnis nach Tiefe der U - Boote. Mein Gott, kaum vorstellbar. Anschließend besichtigten wir das Ehrenmal der Marine für die toten Marinesoldaten, das 1936 errichtet wurde und 1954 zur Gedenkstätte für alle 33000 getöteten Seeleute aller Nationen geweiht wurde. Von dem 85 m hohen Aussichtsturm hatten wir nach Fahrt mit dem Fahrstuhl einen einzigartigen Rundblick über die Kieler Außenförde und die Ostsee. Wir haben uns es nicht nehmen lassen in dieser Gedenkhalle für die gefallenen Marine Soldaten eine musikalische Ehrung vorzunehmen. Das war ein sehr bewegender Moment, ganz ruhig ohne zu sprechen die Halle zu betreten, ließ bei einigen Sängerinnen und Sängern die Stimme versagen. Es flossen auch Tränen und wir verließen nach dem Gesang diesen traurigen Ort. Der zweite Abend klang mit einem gemeinsamen Abend beider Chöre aus. Es gab. ein sehr leckeres Essen wieder im Marinestützpunkt, wo wir uns dann auch von dem Personal natürlich mit dem Finsterwalder Sängerlied verabschiedeten. Es passte zwischen den Chören, wir hatten viel Spaß, sangen fröhlich und genossen einen guten Schluck. Am Sonntag hieß es etwas länger schlafen, Betten abziehen, Frühstücke und dann Koffer in den Bus verstauen. Anschließend trafen wir uns noch zu einer kleinen Chorprobe. Uns wurde auch bewusst, dass wir ja heute nach dem ersehnten Konzert schon nach Hause fahren. Aber erst einmal fuhren wir zum Dratenhof, wo wir das Freigelände uns ansahen und viel Trubel war, da dieser Sonntag die Bürger zu einem Blumen und Gartentag einlud. Unser Bus hatte zu tun, einen Parkplatz zu bekommen. Aber unsere Freunde organisierten alles. Ein leckeres Fischgericht wartete auf uns . In Ruhe und in Vorfreude auf das Konzert machten wir uns auf den Weg zur Aula der Gelehrtenschule. Jetzt folgte der übliche Ablauf, jeder probt noch einmal kurz, dann war es soweit. Alle gaben ihr Bestes und wir meinen, es war ein tolles Konzert. Die Zuschauer spendeten viel Ablaus und das ist der Lohn für die Musiker, Sängerinnen und Sänger. Guter Dinge, mit vielen Eindrücken im Gepäck und der Gewissheit, schöne Tage bei einem tollen Chor verbracht zu haben, fuhren wir nach Abschluss des Konzertes gegen 18.00 Uhr nach Hause. Dieser Besuch war von einem guten Miteinander geprägt, sodass wir uns schon freuen, wenn der Kieler Chor uns im nächsten Jahr besucht.

Regine Germerot

Horst Manig

Ihr

Gemischter Polizeichor Finsterwalde e.V. .